# 04: ÜBERLEGUNGEN ZUR VORPLANUNG

vorplanung

Eine Küchenplanung wird durch den Rückgriff auf Kostenvoranschläge und Ratgeber nur selten verbessert, wo es nur darauf ankommt die letzten Trends des Modeartikels Küche zu präsentieren. Will man die Literatur bemühen, so reichen zwei der folgenden Bücher:

  • Conran, Terence: „Die neue Küche“, 2003. Ein Überblick über Küchentypen
  • Andritzky, Michael (Hrsg): „Oikos – von der Feuerstelle zur Mikrowelle“, 1992. Das Buch gibt einen historischen Überblick über die technologische Entwicklung des Küchenraums
  • Aicher, Otl: „Die Küche zum Kochen“, 1982. Ein Buch das viele Faktoren des Küchendesigns berücksichtigt. Um Profiköche wird aus verschiedenen Gründen jedoch ein Bogen gemacht.

Ein Nachmittag mit dem Buch und ein weiterer mit Zollstock, Papier und Bleistift durch die eigene Küche ist auch günstiger als ein Gang durch die Möbelboutiquen der Vorstädte.

farbe und küche

Die Wände unserer Büros und selbst die Flure sind in bunten Farben gehalten, unsere Küche hingegen nicht. Was ist der Hintergrund: Die Farbe in der Küche gehört den Zutaten und den zubereiteten Gerichten, nicht den Oberflächen, so unsere Meinung. Es gibt aber was die Küchenmöbel anbelangt noch andere Gründe: Farben sind der Inbegriff des farbenWechsels, wie die Jahreszeiten so wechseln auch die Farbtrends.Eine Wand kann man leicht streichen, ein Küchenmodul mit einer neuen widerstandsfähigen Oberfläche zu versehen nicht ohne weiteres. Unsere Küchen sind auf eine sehr lange Lebensdauer ausgelegt, sie sind keine modischen Objekte. Wer es bunt haben will, ist mit der farblichen Gestaltung der Wände gut bedient, wir selbst haben so manche Wand 2 mal gestrichen, weil der Blauton im morgendlichen Licht dann doch ein Tick zu dunkel war oder wir uns daran schnell sattsahen Das Bauhaus und die Antike waren übrigens gleichermaßen weiß wie bunt.

materialehrlichkeit

Ein massiver Eichenbalken oder eine massive Marmorwand wirken beeindruckend, ein dünnes Furnier und eine Marmorverkleidung nicht. Warum? Mag die Schicht noch so echt sein, sie bleibt eine Schicht und lässt uns im Ungewissen über das darunter. Wir können uns kein Bild über das Wesen des Gegenstandes machen. Dies macht es so schwer, sich für Blendoberflächen zu begeistern und den sichtbaren Konstruktionsmaterialien den Vorzug zu geben. Auch ein Sperrholzmöbel kann in „Naturfarben“ schön aussehen.

# 03: KÜCHE MIT KINDER

kuechensockelleisteIm Zusammenhang des Schulbaus wurden von der Frankfurter Firma Haarer (Otto und Anni Haarer) Küchen für die Schulbauten von Otto Haeseler in Celle entworfen. Auch Margarethe Schütte-Lihotzky entwarf eine Schulküche in Frankfurt. Beide Beispiele haben einen starken architektonischen Charakter (erstere durch strenge Zeilen, zweitere durch ein großes Halbkreissegment) und einen Pädagogischen Auftrag. Bemerkenswert ist, dass beide Lösungen nicht dem Haushalt entlehnt waren sondern eigene Qualitäten anstrebten, was man leider späteren Schulküchen nicht nachsagen kann.

Lore Kramer kritisierte an der Frankfurter Küche von 1926, dass deren Entwerfer das Wohl der Fraum im Blick hatten, sich jedoch nicht der Frage des gemeinsamen Kochen widmenten. Diese Kritik lässt sich fortführen, auf die Frage mit Kindern: Das slowmobil geht an Schulen um dort das gemeinsame Kochen zu lehren, während zu Hause die Kinder aus einem Sicherheitsdenken häufig der Küche fern gehalten werden. Tatsächlich lauern Gefahren, die mitunter auch ergonomische Ursachen haben können. Kinder können z.B. nicht auf die Arbeitsplatte blicken, die aber den Mittelpunkt der Küchenarbeit darstellt.

# 02: EINE VEGETARISCHE KÜCHE

Die Änderungen der Kochgewohnheiten führt zwangsläufig auch zur Frage, ob Küchen für Vegetarier generell anders konzipiert sein sollten, als dies bisher der Fall ist. Wir würden uns ebensowenig für eine Standardküche für alle Fleischesser begeistern, wie eine für alle Vegetarier. Insbesondere die Frage der Größe der Arbeitsflächen. Diese ist weniger in der Beschaffenheit oder dem Ursprung eines Nahrungsmittels zu finden, als vielmehr im Umgang damit: Muss es geschält werden, soll es gewürzt werden, wird es gekocht oder gebraten usw.

Die Frage einer Vegetarischen Küche kann eine große Rolle in der Architektur spielen: Ein traditioneller Feuchtkeller beispielsweise für Kartoffeln oder Äpfel, ein Gemüse- und Kräutergarten mit Zugang zur Küche, eine lichtlose Speisekammer usw.

# 01: DESIGNKLASSIKER

patchworkDesignklassiker werden häufig mit Möbel assoziiert. Die langlebigsten Designklassiker sind in der Küche zu finden, wo sie als stumme Diener tagtäglich die Arbeit erleichtern.

Deren Kenntniss gehört fast zum visuellen Vokabular, anbei eine Auflistung die bitte nicht als Kaufanleitung aufgefasst werden sollte:

ESGE-Zauberstab, Kenwood-Küchenmaschine, Wigomat-Filterkaffeemaschine, Raadvad-manuelle Brotschneidemaschine, Kubus-Vorratsbehälter, Max&Moritz Salz&Pfefferstreuer, Lava-Toaster, Acosta-Partygrill, Rationell-Geschirr, Scovil-elektrisches Messer, Behrens-Perkolator, Bialetti-Perkolator, Stelton-Kanne, Moulinex-Saftpresse P1A1, BoltonUSA-Heizplatte, Acosta-Variant-Heizplatte, Alessi-Flötenkessel,  Max-Bill-Küchenuhr, Toshiba-Reiskocher (Urversion), RoyalVKB-Hoekstra-Töpfe, Gastronormbehälter, Krups 3-Mix, Behrens-Wasserkocher…

Die Küche hat auch eine Reihe von Spezialwerkzeugen hervorgebracht. An dieser Stelle seinen folgende Originale genannt: Rex-Sparschäler, Schwedischer-Sparschäler aus Edelstahl, das einfache Solingen-Schälmesser (mit Perlmutt-oder Holzgriff), schwedischer Clip, Fiskars-Küchenschere (die zerlegbare), Global-Messer, Teraillon-Eieruhr, Zyliss-Knoblauchpresse-Susi, Peugeot-Pfeffermühle, Luchs-Messbecher, Simax-Glasmessbecher, Ritter-Schneidemesser, Monopol-Korkenzieher, Weck-Einmachgläser…